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Rundgang durchs Schulhaus PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Donnerstag, den 02. Februar 2012 um 07:23 Uhr

HLG Freizeitpädagogik 2015 Gruppe A: Sandra

 

Im Rahmen meiner Ausbildung zur Dipl. Freizeitpädagogin wurde der Lehrauftrag erteilt, ein Sonderpädagogisches Tagespraktikum zu absolvieren. Ich soll meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen dazu in einem Praxisbericht wiedergeben.

Am 27.Oktober 2016 hospitierte ich an der Allgemeinen Sonderschule in Zirl in der E2 Klasse. Die Sonderschule Zirl bietet ein breitgefächertes Angebot. Es werden Kinder mit unterschiedlichen Lernschwierigkeiten sowie Kinder mit besonderen Bedürfnissen gefördert. Weiters gibt es spezielle Therapieangebote wie Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie und Heilpädagogisches Reiten. Es besteht die Möglichkeit, einen Hauptschulabschluss zu machen und ein Berufsvorbereitungsjahr erleichtert den Jugendlichen den Einstieg in die Arbeitswelt. Eine Nachmittagsbetreuung wird ebenfalls angeboten. Es gibt sechs Klassenlehrer, welche zwei E Klassen, drei ASO Klassen und eine BVJ Klasse unterrichten. Dazu kommen noch fünf Lehrer und fünf Schulassistentinnen, die an der Schule tätig sind.

Die Allgemeine Sonderschule ist mit dem Gebäude der Neuen Mittelschule Zirl verbunden. Der Turnsaal sowie die Bibliothek werden von beiden Schulen gemeinsam genutzt.

Der Unterrichtsbeginn ist um 7:45 Uhr. Einige Kinder werden von ihren Eltern in die Schule gebracht, einige kommen selbstständig, andere mit dem Sammeltaxi aus den umliegenden Dörfern. Die Stimmung ist ruhig. Lehrer und Schulassistentinnen sind anwesend, begrüßen und kümmern freundlich sich um die Kinder. Die E1 Klasse wird von vier Kindern besucht und die E2 Klasse von sechs Kindern. Beide Klassen sind nebeneinander und haben Verbindungstüren mit einem kleinen Raum dazwischen, welcher von beiden Klassen genutzt werden kann. In diesem Raum befindet sich auch der Wickeltisch.

Die erste Unterrichtsstunde ist Turnen. Beide Klassen gehen gemeinsam in den Turnsaal. Die Kinder freuen sich riesig, denn Turnen lieben sie alle. Es wird mir erklärt, dass es täglich eine Turnstunde gibt, weil 2 Unterrichtseinheiten im Rahmen von unverbindlichen Übungen für den Turnunterricht verwendet werden. Den Kindern ist der Ablauf im Turnsaal vertraut. Zuerst stellen sie sich im Kreis auf und beginnen mit den Aufwärmübungen. Der Körper wird abgeklopft, Körperteile werden benannt und dazu wird laut A, E, I, O, U gesagt, so dass alle Muskeln im Körper aufwachen. Durch das Lachen und lauter sein dürfen merkt man den Spaß, den sie dabei haben. Anschließend werden Überkreuz-Übungen mit Reimen und Zählen gemacht. Dann wird Bruder Jakob bewegt gesungen, womit spielerisch sinnvolles Lernen umgesetzt wird. Jetzt wird das Bewegungsspiel “versteinerte Hex“ gespielt. Auch dieses Spiel ist den Kindern gut vertraut. Dann werden kleine, weiche Bälle an die Kinder ausgeteilt. Die Kinder stellen sich auf eine Linie und versuchen, den Ball in die Luft zu werfen und wieder zu fangen. Nun wird der Ball gegen die Wand geworfen und anschließend wieder gefangen. Für einige Kinder sind diese Übungen nicht so einfach. Besonders schwierig ist es, den Ball versetzt seinem Gegenüber zuzuspielen. Die Lehrerin motiviert die Kinder und zeigt ihnen nochmals, wie es geht. Alle Kinder sind mit dem Ball beschäftigt und bemerken nicht, wie gut sie dabei spielerisch ihre Konzentration trainieren. Zum Schluss wird “Abschießen und Hinsetzen“ gespielt. Einige Kinder sind langsam, andere sogar sehr langsam bei diesem Spiel. Beim Abschießen sind jedoch alle absolut vorsichtig mit dem Ball. In diesem Moment ist ihnen zwar das Schießen wichtig und trotzdem überlegen sie genau, wie sie treffen können. Aber noch wichtiger ist ihnen, dass es dem Gegenüber nicht weh tut, wenn sie ihn treffen. Dieses liebevolle, soziale Verhalten hat mich sehr berührt.

Die zweite Stunde ist gemeinsames Werken in der E1 Klasse. In der Mitte der Klasse sind vier Tische zusammengeschoben, wo sich die Kinder ringsum auf ihre Plätze verteilen. Einige große Pflanzen werten den Raum positiv auf. Auf einer Pflanze hängen hübsche, von den Kindern gebastelte Sachen. Natürlich gibt es auch eine Kuschelecke. Es ist knapp vor Halloween und es werden Fledermäuse aus Klopapierrollen gebastelt. Erst jetzt habe ich Zeit, die Kinder näher zu betrachten. Ich kann sehr schwer beurteilen, welche besonderen Bedürfnisse jedes Kind hat und möchte deshalb nicht näher darauf eingehen. R., ein Kind mit ungefähr 8 Jahren, ist sehr unglücklich darüber, dass die Turnstunde vorbei ist und ruft andauernd, er möchte einen Kakao. Eine Schulassistentin kümmert sich sehr einfühlsam um ihn und erklärt ihm, warum dies jetzt nicht möglich ist. Die Klorollen werden ausgeteilt. J. bekommt Rasierschaum, da sie nicht ausschneiden kann. Als sie den Schaum vor sich hat, beginnt sie sofort damit zu spielen. An ihrem Gesichtsausdruck erkennt man ihre Freude. Mit Hilfe einer Schulassistentin schreibt J. Buchstaben in den Schaum auf dem Tisch. Dabei beginnt sie ganz leise, die Buchstaben nachzusprechen. Sowohl die Schulassistentin als auch J. freuen sich über die Lernfortschritte. R. bekommt eine selbstgebastelte Plastikflasche mit zwei unterschiedlichen Löchern. In diese Löcher gibt er unterschiedlich große Linsen hinein. Dieser kleine Bub meistert diese Aufgabe bravorös. Nur zwischendrin muss er immer noch nach Kakao rufen. Alle anderen Kinder sind eifrig mit den Fledermäusen beschäftigt. Frau S. und die Schulassistentinnen harmonieren sehr gut. Ich bemerke, dass allen die Kinder sehr gut vertraut sind und individuell auf deren Bedürfnisse eingegangen wird. Gegen Ende der Stunde wird aufgeräumt. Die fertigen Fledermäuse werden auf der Palme im Klassenzimmer aufgehängt.

Anschließend findet der Gesamtunterricht in der E2 Klasse statt. Auch diese Klasse ist zum Wohlfühlen. In der Mitte des Raumes sind vier Tische zusammengeschoben. G., C., und S. setzen sich um den Tisch in der Mitte. A. und T. sitzen an einem anderen Tisch. Jedes Kind hat noch einen persönlichen Platz für individuelles Arbeiten. Auf seinem Platz schreibt T. den Buchstaben S in ein Heft. Die drei Buben rund um den anderen Tisch lernen Tiernamen mithilfe von Kärtchen, wo auf einer Seite das Tier und auf der anderen Seite der Name in Blockschrift abgebildet ist. G. spricht nicht, jedoch versteht er alles und ist sehr wissbegierig. C. ist auch eifrig dabei und freut sich über das Lob der Lehrerin. S. überlegt und beobachtet genau, bevor er etwas sagt. Das, was er sagt, ist korrekt. A. sitzt still auf seinem Platz und macht die Übungen, die ihm die Lehrerin gibt. So gegen 10 Uhr ist Pause. Die Kinder beginnen, selbstständig im Klassenzimmer zu jausnen. Die Pause verläuft ruhig. Als die Kinder fertig sind, geht es nochmals ab in den Turnsaal. Dort gibt es noch ausreichend Bewegung, um anschließend dem Unterricht folgen zu können. Wieder in der Klasse beginnt D., den Kindern zu erklären, dass bald Weltspartag sei. Sie erklärt ihnen, man würde sich mit dem Ersparten etwas kaufen können, was man sich wünscht. Die Lehrerin beginnt jetzt, mit jedem Kind auf seine Art und Weise zu kommunizieren. Jedes Kind wird gefragt, was es sich wünsche. Diesen Wunsch schreibt und zeichnet die Lehrerin auf die Tafel und fragt dann das nächste Kind. Bei G. macht D. dies ganz geschickt. Durch präzises Erfragen erkennt die Lehrerin an seinem Verhalten, auf was er aufmerksam machen möchte. Als sie es errät, wird er ganz zappelig und freut sich darüber. Nun wird nochmals erklärt, was sparen heißt. Um sparen zu können, bräuchte man eine Spardose, um das gesparte Geld aufzubewahren, und diese wolle sie nun mit ihnen basteln. Die Spardose besteht aus einer Kartonrolle mit zwei Kunststoffdeckeln. In einem Deckel wird ein Schlitz hineingeschnitten. D. erklärt den Kindern, dass die Kartonrolle mit einem schmalen Klebeband kreuz und quer beklebt und anschließend bemalt wird, so dass wenn dann die Klebestreifen entfernt werden, ein Muster entstehen würde. Die Kinder werden gefragt, was sie nun dazu alles benötigen. Sie wissen, welche Farbe und Pinsel es dazu braucht und holen dies gemeinsam. Die Schulassistentinnen und die Lehrerin unterstützen die Kinder bei ihrer Arbeit. Ganz flink sind die Papierrollen bemalt. Alle können mit den Farben sehr gut umgehen und es wird wenig gepatzt. Anschließend wir noch Kartoffeldruck auf ein Papier gemacht. Zuerst wird es von der Lehrerin vorgezeigt. Anschließend basteln es die Kinder mit Unterstützung der Schulassistentin nach. Auch hierbei bin ich überrascht, wie geschickt alle mit dem Messer umgehen können. Die Kartoffelmuster sind ganz unterschiedlich gestaltet, von Herzen bis Sternen ist alles vertreten. Als die Bilder fertig bedruckt sind, beginnen die Kinder selbstständig aufzuräumen. Jetzt kommt für mich persönlich der beeindruckendste Teil meiner Hospitation. D. holt ihre Gitarre und beginnt zu musizieren. T. nimmt den Bleistift in die Hand und meint, sein “Singophon“ sei bereit zum Singen. Am Gesichtsausdruck der Kinder erkenne ich Freude an der Musik. Jetzt singen alle, so laut es nur geht. Bei G. wippt der ganze Körper und er summt die Melodien mit. Ich bin überrascht, wie viele verschiedene Lieder und Texte die Kinder auswendig können. Dies ist ein schöner Abschluss, um einen Schultag ausklingen zu lassen. Um 12: 30 ist Unterrichtsschluss. Aus dieser Klasse bleibt nur A. hier und nimmt an der Nachmittagsbetreuung teil. Alle anderen werden abgeholt oder gehen selbstständig nach Hause.

Es sind zwölf Kinder, welche die Nachmittagsbetreuung besuchen. Einige Kinder haben besondere Bedürfnisse und andere Lernschwierigkeiten. Gemeinsam gehen alle zwei Räume weiter in die Schulküche, um dort das Mittagessen einzunehmen. Das Essen verläuft ruhig, da einige aus Krankheitsgründen fehlen. Diejenigen Kinder, welche Unterstützung beim Essen brauchen, werden liebevoll umsorgt. Nach dem Essen gehen alle Kinder in die E1 und E2 Klassen. Die Verbindungstüren stehen offen. Somit entsteht genügend Platz für die Kinder und trotzdem ist für die Bertreuerinnen alles überschaubar. Es ist jetzt Mittagspause. Einige Kinder rasten, andere spielen miteinander, einige erholen sich oder spielen am PC geeignete Lernspiele. Es ist Zeit, um kurz zu “chillen“. Um circa 13: 30 gehen alle in den Turnsaal. Dort spielt ein Teil der Gruppe Merkball, während der andere Teil der Gruppe mit den Schulassistentinnen spielt. Merkball lieben die Kinder. Die Lehrerinnen spielen begeistert mit. R. spielt in der anderen Hälfte des Turnsaals mit einer Schulassistentin Ball. Er steht im Tor. Sieht man seine körperliche Beeinträchtigung, geht man davon aus, dass er den Ball schlecht trifft. Jedoch ist dem anders, er trifft den Ball ohne Schwierigkeit und schießt ihn gut gezielt der Schulassistentin entgegen. An seinem Verhalten erkennt man, dass er Ball spielen liebt. Immer wieder und wieder schießt er und trifft. Anschließend wird statt Merkball Feuer - Wasser – Sturm gespielt. Das Spiel wird zu Musik gespielt. Ein Kind, welches einen Gipsfuß hat, bedient die Musikanlage. Mit Musik macht es jetzt richtig Spaß. Sogar R. unterbricht sein Ballspiel und beginnt mit der Musik zu laufen. Die Kinder müssen genau überlegen, wohin sie laufen müssen. Sie ärgern sich sehr, wenn ihnen ein Fehler passiert und sie ausscheiden müssen.

Nachdem sich alle Kinder ausreichend bewegt haben, wird in den Klassenräumen E1 und E2 noch eine kurze Pause gemacht, bevor um circa 14:30 die Hausübungszeit beginnt. Es ist so, dass Kinder, welche Lernschwierigkeiten haben, gemeinsam an einem Tisch die Hausübung machen, währenddessen Kinder mit besonderen Bedürfnissen mit den Schulassistentinnen im anderen Klassenraum singen, spielen oder einfach nur umsorgt werden. Bei der Hausübung werden Kinder aus den verschiedenen Schulstufen gemeinsam betreut. Welche Hausübung die Kinder aufhaben, wird von den anderen Lehrpersonen an die betreuende Lehrerin weiter geleitet. Für einige ist die Hausübung nicht so einfach zu bewältigen. Deshalb unterstützt die Lehrerin die Kinder dabei. Sie motiviert, erklärt, schaut und kontrolliert. Erst als alle Kinder damit fertig sind, ist die Hausübungszeit beendet. Nun ist noch ein wenig Zeit zum Spielen. Die meisten Kinder wirken schon recht müde, denn es ist bereits 15: 30. Einige brauchen Bewegung und fahren mit kleinen Autos am Gang herum, andere spielen zusammen. Die Stimmung ist ruhig. Im anderen Klassenraum ist es ähnlich. Es wird gemalt, Hörspiel gehorcht und einige Kinder lesen anderen etwas vor. Auch hier merkt man, dass die Kinder müde sind. Kurz vor 16:00 werden die Handys ausgeteilt. Die Kinder ziehen sich an und werden von einem Sammeltaxi nach Hause gebracht oder abgeholt.

Bedenkt man, dass ich im selben Schulgebäude arbeite, wo auch die Allgemeine Sonderschule untergebracht ist, wir noch dazu nachmittags gemeinsam einen Turnsaal nützen und ich trotzdem so wenig über diese Schule und ihre Kinder Bescheid weiß, hat mich persönlich ein wenig zum Nachdenken gebracht. Deshalb war es für mich schön, dass es mir im Rahmen meiner Ausbildung zum Freizeitpädagogen möglich war, meine persönlichen Eindrücke zu sammeln.

In dieser kurzen Zeit war es mir möglich, einen Teil dieser Schule kennen zu lernen. Die Schüler sind bunt gemischt, denn sie werden im Alter von sechs bis achtzehn Jahren betreut. Es wird auf ihre Bedürfnisse sehr gut eingegangen. Allein schon die genauen Informationen, wie jedes Kind ist, was jedes mag oder nicht mag, ist dem Personal vertraut. Alle Schulassistentinnen kümmern sich liebevoll um die Kinder und deren Bedürfnisse und gehen darauf individuell ein. Sobald ein Kind weint, wird es getröstet und nicht einfach darauf vertraut, dass das Kind schon wieder von alleine aufhören wird. Auch die Lehrpersonen haben mich beeindruckt, wie sie mit viel Phantasie und persönlichen Einsatz den Unterricht für die doch so unterschiedlichen Kindern strukturiert und aufgebaut haben. Auch die Hausübungszeit ist sehr gut organisiert. Ich finde es toll, wenn Lehrer Bescheid wissen, welche Hausübung auf ist und darauf achten, dass diese auch ordentlich erledigt wird.

Ich habe mich in der Schule sehr wohl gefühlt, als mich meine Hospitation machen durfte. Alle waren sehr aufgeschlossen mir gegenüber und ließen mich an ihrem Schultag mit ganzem Herzen dabei sein.

 

 

 

 

 

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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 01. Dezember 2016 um 17:12 Uhr
 

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